Briten entdecken das Deutsche

London - Englische Begriffe haben ihren festen Platz in unserer Sprache. Überraschend haben die Briten jetzt die deutsche Sprache entdeckt, finden sie total "zeitgeisty". Absolutes Modewort ist "ober". Es wird in zahllosen Zusammensetzungen verwendet: obercharming, obercool, oberblond. "Man könnte stattdessen oft auch das englische "over" verwenden, aber "ober" klingt in unseren Ohren noch stärker", sagt Jeremy Butterfield, Direktor der Wörterbuch-Sparte des Verlags  HarperCollins in Glasgow. Eine Neuentdeckung für die Engländer ist auch das altdeutsche Wort "Meister". Inzwischen gibt es auf der Insel rock meister, culture meister, gag meister, horror meister und puzzle meister. Vor allem in den Zeitungen ist Deutsch "ober-in". Am meisten verwendete Wörter sind "Diesel", gefolgt von "Blitz"-(Krieg), "Alzheimer" und "Angst". Außerdem wurden übernommen: "glockenspiel", "rollmop" (Rollmops), "kohlrabi", "dirndl", "flak", "doberman", "rucksack", "schadenfreude" und "wunderkind". Andere Begriffe sind einfach wörtlich übersetzt worden, etwa "foreword" (Vorwort) und "G-spot" (G-Punkt). Britische Intellektuelle brillieren in ihren Reden gern mit Begriffen wie "leitmotiv", "hinterland", "kulturkampf", "realpolitik", "putsch", "weltanschauung" oder "götterdämmerung". (dpa)
© 8.10.2001, Ein Service vom Hamburger Abendblatt
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